13 Tipps für bessere Audios: Richtig aufnehmen & Stimme mischen

 

13 gute Einsteigertipps für Aufnahme und Stimme mischen bei Gesang, Rap & Podcast

Ihr wollt professionell Aufnehmen und eure Stimme mischen? Viele sagen Audio-Qualität ist noch viel wichtiger als die Bildqualität, wenn es um die Produktion von Video für das Web geht. Wenn alles was ihr habt, das Audio ist, wird es natürlich noch wichtiger!

Ob Musikproduktion, Podcast oder Let´s Play: Gerade am Anfang machen viele Fehler, die absolut vermeidbar sind! In diesem Artikel bekommt ihr ein paar gute Ratschläge zu Equipment, Software und Bearbeitung. Außerdem ein paar wichtige Tipps, die euch den Einstieg sicher erleichtern werden, wollt ihr halbwegs professionell aufnehmen und vernünftig eure Stimme mischen.

  1. Besorgt euch ein passables Mikrofon!

    Wer schon erste Gehversuche in Sachen Recording mit mit dem internen Mic des Laptops oder einem günstigen Headset gemacht hat, ist meist schon nach kurzer Zeit selbst nicht mehr zufrieden mit den Ergebnissen. Von ein möglichen Publikum ganz zu schweigen. Nicht selten vernachlässigen gerade viele Youtuber am Anfang die Sondqualität.

    Doch spätestens wenn man mit seinen Projekten ein größeres Publikum als den eigenen Freundeskreis erreichen will, sollte man sich auch über die Qualität der eigenen Audios Gedanken machen.

    Man muss heute keine Unsummen mehr ausgeben für ein brauchbares Mic.
    Modelle wie das ℹ  Auna MIC-900B USB, angeboten für gerade mal 80€,  erfreuen sich großer Beliebtheit. Mit dem ℹ  Rode NT1-A oder dem ℹ  Rode Podcaster ist man noch unter der 200€-Marke ganz nah am Profibereich. Man kann aber natürlich auch mehr investieren. Und die Aufnahmen werden einem wohl jeden Euro danken.

    Wie viel man in die Anschaffung investieren will, hängt nicht zuletzt vom eigenen Anspruch ab.

    Unter ℹ Tests / Reviews findet ihr Reviews zu vielen gängigen Mikrofonen im Überblick.

     

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  3. Wählt einen guten Raum / Optimiert euren Raum!

    Es ist selbstverständlich, dass ein ruhiger Raum wichtig ist, will man halbwegs professionell seine  Stimme mischen oder aufnehmen. Gerade Kondensatormikrofone zeichnen zuverlässig alle vorhandenen Nebengeräusche mit auf.

    Und auch das Zimmer in dem ihr aufnehmen wollt, hat einen sehr großen Einfluss auf das Endresultat. Reflektionen an leeren Wänden, große Fenster, große Tischplatten oder Steinböden schaffen alle ungewollte Echos. Diese können die  Stimme auf der Aufnahme extrem negativ beeinflussen. Beim Stimme mischen können Nebengeräusche natürlich auch hinderlich sein.

    Dicke Teppiche, Vorhänge zugezogen und Polstermöbel sind alle hervorragende Echoabsorber.
    ➡ Akustikschaummstoff ist sehr preiswert in der Anschaffung, doch kann für die Aufnahme Gold wert sein!

    Auch empfiehlt es sich eher einen etwas kleineren Raum zu wählen. Wer allzu schlechte räumliche Bedingungen hat oder seine Aufnahmesituation zusätzlich optimieren will, kann über die Anschaffung eines ℹ Micscreen nachdenken.

    Stimme aufnehmen und mischen – aber richtig!

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  5. Benutzt einen Pop-Schutz!

    Um harte Konsonanten und S-Laute schon bei der Aufnahme zu reduzieren ist der ➡ Pop-Schutz ein unverzichtbares Zubehör!

    Ihr werdet schnell feststellen, dass gerade Explosivlaute und ganz besonders das “S” auf der Aufnahme sehr präsent sind. Ein Pop-Schutz kann euch viel lästige Nachbearbeitung ersparen. Wollt ihr eure Stimme aufnehmen, ein unverzichtbarer Begleiter.

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  7. Platziert das Mikro gerade und besprecht es von vorne!

    Die meisten Podcast-Mikrofone verfügen über die Charakteristik einer Niere. Leider sieht man in Videos immer wieder, wie ein Mikro schief irgendwo auf der Seite baumelt. Der Klangqualität ist das absolut nicht zuträglich.

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  9. Findet den richtigen Pegel!

    Damit ist die Lautstärke eurer Aufnahme gemeint. Ist die Lautstärke zu hoch, wird eure Aufnahme übersteuern. Übersteuerte Aufnahme-Takes könnt ihr einfach wegschmeissen! Pegelt ihr zu leise, wird im Endergebnis das Eigenrauschen des Mikrofons unnötig präsent sein. Diese Aufnahmen können zwar verwendet werden, optimal ist das aber natürlich nicht.

    Als Faustregel gilt: So laut wie möglich, so leise wie nötig! Bevor ihr eure Stimme optimal aufnehmen könnt, probiert den richtigen Pegel zu finden!

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  11. Nehmt separate Spuren auf!

    Für Podcaster, welche  z.B. Gespräche über Skype aufzeichnen, empfiehlt sich die Stimmen im Aufnahme Programm separat aufzuzeichnen. Nicht nur um die Lautstärke der Sprechenden nachträglich anzupassen, sondern auch um eventuelle Verzögerungen später anzugleichen. Die ideale Lösung für diesen Fall wäre, wenn jeder Gesprächspartner seine eigene Audiospur auf dem eigenen Computer aufzeichnet.

    Man kann sie dann nachträglich in einem Programm zusammenführen und bearbeiten. Ein andere Möglichkeit ist beide Audiospuren gleichzeitig in eurer DAW aufzunehmen. Dafür benötigt ihr allerdings ein passendes Audio-Programm. Und auch eure Soundkarte muss Multi-Track-Aufnahme unterstützen.

    Für Let´s Player empfiehlt sich diese Technik natürlich ebenfalls. So kann man im Nachhinein die Spuren einzeln bearbeiten und außerdem das optimale Lautstärkeverhältnis zwischen Stimme und Game-Sound finden.

    Musikern muss man wohl nicht erklären, dass es gut ist Spuren einzeln aufzunehmen um nachträglich alle Freiheiten zu haben.

    Audacity ist ein hervorragendes kostenloses Programm. Perfekt, will man schnell und unkompliziert seine Audios aufnehmen oder mischen. Wer allerdings mehrspurig aufnehmen will  benötigt kostenpflichtige Software wie beispielsweise Amadeus Pro. Das Programm ist eine günstige Multi-Track-Option auf dem Mac. Die wirklichen Profis verwenden teurere Software wie Adobe Audition, Logic oder Cubase.

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  13. Nachträgliches Editing!

    Nach dem bestmöglichen Aufnehmen der Stimme ist die Nachbearbeitung (Post-Production) ein ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einem professionellen Endprodukt. Jetzt heißt es die Stimme mischen! Erster Schritt: Schneidet Huster, unpassende Versprecher und ähnliches aus euren Aufnahmen heraus.

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  15. EQ einsetzen!

    Mit dem Einsatz eines ℹ Equalizer kann man bei einer Audiospur bestimmte Frequenzen anheben oder absenken. Mann kann so das Klangbild nachträglich bearbeiten. Beispielsweise der Stimme zu mehr Sprachverständlichkeit verhelfen oder Tritt-Schall reduzieren. Eine Anleitung zur richtigen Verwendung würde den Rahmen dieses Beitrags allerdings sprengen.

    Mehr erfahrt ihr in diesem Artikel: 


    Stimme / Vocals mischen I Equalizer #1 – EQ Grundlagen, Filter-Typen

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  17. Kompressor verwenden!

    Gute Audio-Editing-Software (einschließlich aller oben genannten Progamme) haben einen ℹ Kompressor. Und gemeint ist nicht die Art der Kompression, welche Dateien verkleinert.

    In der Audio-Welt ist die Kompression ein Filter, welcher die Lautstärke der lauten Teile des Signals reduziert, so dass sie näher an das Volumen der leiseren Teile des Signals kommen. Die Stimme wirkt somit insgesamtkompakter und kräftiger. Kompression ist ein wichtiger Schritt, um das Aufgenommene zu einem professionellen Endergebnis zu machen.

    Mehr noch als beim EQ empfiehlt es sich allerdings sich einmal gut mit der Kompression auseinanderzusetzen, um wirklich zu verstehen wie sie funktioniert. Wenn ihr zu viel kompresst oder die Parameter falsch einstellt, werdet Ihr das Leben aus eurem Sound quetschen!

    Mehr erfahrt ihr in diesem Artikel: 


    Kompressor Tutorial – Parameter Erklärung & Praxistipps zum Mischen

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  19. Audio normalisieren!

    Nach der Kompression ist euer Audio meist erstmal deutlich leiser. Um auf den maximalen Pegel zu kommen muss das Audio normalisiert werden. Normalisierung erhöht die Lautstärke des Audio so dass sie den vollen Volumenbereich des Engerätes ausfüllt. Wenn der Sprecher im Video wesentlich leiser ist als alle die zuvor liefen – hat er sein Audio nicht normalisiert…

    Auch wenn ihr mit dem Einsatz von EQ, Kompressor und Limiter noch nicht ganz vertraut seid: Normalisieren solltet ihr eure Audios auf jeden Fall!

    Es schadet ebenfalls nicht eure Aufnahme gleich nach dem Aufnehmen der Stimme einmal zu normalisieren.

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  21. Limiter (vorsichtig) einsetzen!

    Ein Limiter verhilft eurem Audio zu mehr Lautheit. Um es sehr vereinfacht zu erklären: Der Limiter erhögt den Pegel und übersteuert euer Signal, drückt jedoch die übersteuerten Passagen wieder nach unten. Der Gedanke dahinter ist nicht leiser als andere Videos / Podcasts zu sein. Warum Werbung im TV immer lauter ist als der Film? Starker Einsatz eines Limiters!

    Aber Vorsicht! Zu starker oder falscher Gebrauch kann auch alles was ihr vorher mühselig herausgearbeitet habt schnell wieder zerstören. Lautheit ist nicht alles – macht euch schlau!

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  23. Exportiert euer Audio im bestmöglichen Format!

    Wenn ihr die Audiospur in einem Schnittprogamm zu eurem Video hinzufügen wollt, exportiert sie als ℹ .wav-Datei! Sie ist dann in bester 16-bit CD-Qualität. Auch wenn Youtube sie dann wieder in ein mp3 komprimiert – nehmt jedes bisschen Klangqualität bis zuletzt mit! Das sollte man sich als Faustregel auf jeden Fall merken.

    Für Podcasts oder Musik welche auf Soundcloud, Spotify oder dem eigenen Blog eingebunden werden sollen empfiehlt sich allerdings der Export im mp3-Format. Wenn möglich in einer Auflösung von 320 kbps. Der Unterschied zu einem .wav-File ist hier wirklich nur für sehr geschulte Ohren hörbar. Jede weitere Dateenkompression macht sich aber doch deutlich in der Klangqualität bemerkbar.

    Ihr könnt perfekt aufnehmen, perfekt die Stimme mischen und die Nachbearbeitung meistern – mit einer schlechten Bit-Rate exportiert, könnt ihr das alles wieder zunichte machen!

    Leider erlauben einige Dienste nur Formate geringer Qualität. Sollte das Audio direkt von eurem eigenen Server in hoher Zahl abgerufen werden, spielen natürlich auch die Hosting-Kosten eine Rolle.

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  25. Tag it!

    Die meisten Programme bieten in der Regel beim Export schon die Möglichkeit das File mit Tags wie Artist, Genre, Album,… etc. zu versehen! Macht das! Die meisten Plattformen übernehmen die Informationen und euer Audio kann besser gefunden werden.

 

So, das war es mal soweit! Wenn ihr demnächst eure Stimme aufnehmen und/oder eure Stimme mischen wollt, beherzigt diese Ratschläge und euer Ergebnis wird es euch danken! Noch ein kleiner Hinweis zum Einsatz der genannten Effekte:

Haltet euch immer an den Ablauf:

  1. EQ
  2. Kompressor
  3. Normalisieren
  4. Limiter

Und geht vor allem am Anfang nach der Devise vor: Weniger ist mehr! Es kommen in Kürze auch jeweils einzelne Artikel, die auf die Arbeitsweise und den korrekten Einsatz ausführlich eingehen werden.

Bei der Nachbearbeitung: Gönnt euren Ohren Pausen! Am besten alle 30 min für mindestens 10 min. Verlasst im Idealfall auch kurz das Zimmer. Holt euch ein Eis, geht mit dem Hund, was auch immer… Kommt zurück mit “frischen” Ohren und ihr könnt so eure bisherige Arbeit besser beurteilen.

Auch eine gute Sache: Nehmt euch ein “Vorbild” für euren Sound! Ein gut produzierter Song einer Band, deren Sound eurem ähnlich ist… Ein gut produzierter Podcast, mit einem Sprecher, der eine ähnliche Stimme hat wie du…
Vergleicht euren Mix immer wieder mal mit dem Vorbild. Es muss am Ende natürlich nicht genauso klingen. Aber anhand der Referenz ist es leichter zu hören, woran es dem eigenen Mix noch fehlt bzw. wo man es vielleicht auch schon übertrieben hat.

 

Und jetzt ihr!

Fragen? Haben wir was wichtiges vergessen? Applaus?

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KOMMENTARE

  • Luna

    Hab bis jetzt noch nie selbst etwas aufgenommen,
    den Artikel fand ich dennoch spannend und sehr informativ. Echt toll 🙂

  • Luis

    Danke für diesen Super Artikel. Habe jetzt endlich mehrere wirklich gute Aufnahmen hinbekommen. Freu mich schon wenn die einzelnen Bereiche nochmal erklärt werden. Dann kann man noch mehr damit anfangen und lernen.

    Noch einen schönen Montag Abend
    Gruß Luis

    • Servus Luis,

      danke dir für die netten Worte! Muss ich mich ja eigentlich gleich hinsetzen und schreiben 🙂 Stay tuned – Fortsetzung folgt schon bald!
      LG Mario

  • Tobias

    Es ist sehr hilfreich, sich zwischendurch andere, sehr gute Aufnahmen der Musik (oder Sprache) anzuhören, die man gerade bearbeitet. Die Ohren gewöhnen sich sehr schnell an das gehörte und damit werden sie wieder “zurückgesetzt”.
    Den Effekt kann man zeigen, wenn man aus Rauschen einen Frequenzbereich rausfilter, das längere Zeit hört und danach das ungefilterte Rauschen. Beim Auge verhält es sich ähnlich: schaut man längere Zeit auf eine farbige Fläche und dann auf weiß, sieht man die Komplementärfarbe.

    • Hey Tobias! Danke für deinen Kommentar!

      Sehr guter Beitrag! Werde ich dem Artikel gleich ergänzen.
      Es ist generell auch extrem sinnvoll, sich eine professionelle Produktion als”Vorbild” zu nehmen. So weiß man gleich viel besser, wo die Reise hingehen soll.

      LG & stay tuned!
      Mario

  • luka

    wow. bis jetzt im Internet noch nichts vernümftiges gefunden..dieser Artikel ist bis jetzt der beste und hilfreichster.Ich denke in Zukunft werden meine Aufnahmen viel besser den jeh, danke viel viel mals .

  • Klaus

    Hallo,
    ich hielte es für sinnvoll, darauf hinzuweisen, dass die allermeisten Soundkarten von mittelmäßiger bis schlechter Qualität sind. Schwachpunkte sind immer die Mikrro-Vorverstärker und die A/D-Wandler. Merkwürdigerweise wird bei den PCs und Laptops wesentlich größerer Wert auf eine gute Grafikkarte gelegt. Aber gut, das ist eben so. Daher mein Tipp: Lieber ein Mikro um die 100,- € kaufen und dazu ein USB-Audiointerface für 120,- € anstatt ein Mikro für 200,- €. Es gibt auch entsprechende Paketlösungen für einen vernünftigen Preis. Man wird ein teureres Mikro bei den allermeisten eingebauten Soundkarten überhaupt nicht voll nutzen können.

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